Eindrücke von der Projektarbeit in Juiz de Fora

 Arbeit in einer Frauengruppe der evangelischen lutherischen Kirchengemeinde Juiz de Foras. Die Gemeinde hat ca. 800 Mitglieder. Die Frauengruppe hat mit mir zusammen einen Workshop über "gesunde Nahrung" und "Nahrungssicherheit" gemacht. Natürlich gehört dazu auch das Kochen und das Essen!
 Aufklärungsarbeit mit Jugendlichen in einer öffentlichen Schule eines sozial sehr gefährdeten Bezirks - in diesem Bezirk wird die höchste Aidsrate und die höchste Rate von Schwangerschaft in der Pubertät der Sadt verzeichnet. Bei dieser Arbeit haben wir über Sexualität, Fruchtbarkeit, Liebe und Verhütung gesprochen, Kollagen erarbeitet und heiß diskutiert!! Die Lehrer haben später bei iner Rückmeldung bestätigt, dass sich das Verhalten der Schüler stark verändert hat nach dieser Arbeit.
 Öffentlichkeitsarbeit der Pastoral da Criança im Militär Kolleg Juiz de Foras. Das Thema war "Umweltschutz und bewußter Umgang mit natürlichen Resourcen" und wir hatten von der Pastoral da Criança einen Stand, um über unsere Arbeit im Bereich der Nahrungssicherheit und Gesundheitsvorsorge auszustellen und den Besuchern zu erklären.
 Besuch der Baustelle der Volksküche im April 2008 - leider liegt der
Bau inzwischen brach und der neue Bürgermeister will die Bauarbeiten nicht fortführen, da er behauptet, der Unterhalt dieses "Restaurants" wäre zu teuer für die Stadt. Die überall in Brasilien eingerichteten Volksküchen servieren gesunde Mahlzeiten zu Mindestpreisen und die Stadtverwaltungen kommen für die Restkosten auf (von R$ 3,00 Endpreis der Mahlzeit zahlt der Käufer nur R$1,00 und die Stadtverwaltung R$ 2,00 hat aber durch die bessere Ernährung der Bevölkerung weniger Ausgaben in anderen Bereichen: Gesundheit, Sozialwesen, Sicherheit, usw.). Unser Nahrungssicherheitsrat ist dabei, eine öffentliche Anhörung zu organisieren, damit die Bauarbeiten fortgeführt werden und das Restaurant zum Funktionieren gebracht wird!

 Besuch der Baustelle der Nahrungsmittelbank. Auch hier handelt es sich um eine bereits stillgelegte Baustelle mit dem gleichen Argument, der Unterhalt sei für die Stadt zu teuer. Die Nahrungsmittelbank ist vorgesehen für das Verteilen von ca. 40 bis 60 Tonnen Nahrungsmittel pro Monat, die aus irgendeinem Grund auf dem Müll landen würden, weil sie nicht mehr verkaufsfähig sind, sei es durch schlechten Transport oder schlechte Lagerung, die aber noch für den Verbrauch geeignet sind. In der „Bank“ sollen Sozialarbeiter, Ernährungsberater, Lebensmitteltechniker und Personal der Hygienebehörde arbeiten, sowie Hilfsarbeiter für Verpackung, Transport, usw. Die für den Konsum noch geeigneten Nahrungsmittel werden dann an karitative Einrichtungen, wie die Pastoral da Criança, Bürgerinitiativen, Altenheime, usw. weiter-gegeben. Der Nahrungssicherheitsrat hat auch hier ein Auge drauf.
 Einmal im Monat macht die Pastoral da Criança in allen Gemeinden, wo sie existiert, die Gewichtskontrolle der von ihnen betreuten Kinder - "das Fest des Lebens" nennen wir diesen Tag. Das Foto zeigt Adriano, damals ein Jahr alt, von der Pastoral seit seinem dritten Lebensmonat betreut mit schwerer Unterernährung, der Dank der Hilfe der Gemeinde-mitarbeiter überleben konnte! Inzwischen hat er sich gut erholt und ein Brüderchen bekommen, dem es gut geht!
 Kurs über Nahrungssicherheit im Bezirk Linhares (Satdt Juiz de Fora) - hier lernen die Frauen - meist von der Pastoral betreute Mütter - die Grunbbedeutung der Nahrungs-sicheheit, über das Recht auf Nahrung und was sie selber dazu beitragen können, um ihren Familien dieses Recht zu garantieren. Natürlich ist der meiste Spaß immer beim Kochen!!
 Seminar für Kleinbauern - die Situation der Kleinbauern in Juiz de Fora wird immer komplizierter durch die fehlende Unterstützung der Stadt-verwaltung - daher geben wir vom Nahrungssicherheitsrat aus Kurse und Seminare, um gemeinsam zu überlegen, wie sie sich besser organisieren können, sie über ihre Rechte aufzuklären, oder wie sie zum Beispiel besser an Kredite kommen können, usw. Diese Seminare werden von der Regierung unterstützt - Ziel ist, der Nahrungsmittelkrise entgegenzuwirken.
 Aufklärungsarbeit über Nahrungssicherheit und das Recht auf Nahrung  -  In einem der ärmsten Bezirke Juiz de Foras habe ich im letzten Jahr Vorträge über diese Themen gehalten - hier leben die Menschen vorwiegend von Spenden und dem guten Willen der Behörden - oft hören nach 6 Monaten die Nahrungsmittelzuschüsse der Verwaltung auf. Viele Familien leiden daher immer wieder sporadisch Hunger oder ernähren sich falsch nur von Nudeln und billigen Grundnahrungsmitteln, was oft zu Übergewicht und gesundheitlichen Problemen führt. Dass das Recht auf Nahrung ein im Grundgesetz verankertes Recht ist, ist eine wichtige Information für diese Menschen, damit sie ihre Rechte einklagen können!