Projektbeschreibung Casa Viva
Allgemeines Ziel: Gesundheitserziehung im Distrikt Mirantão – Bocaina de Minas / Minas Gerais unter Einbeziehnug der Mütter der Region mit Kindern von 0 bis 5 Jahren.
Besondere Ziele: Wiederaufleben der Arbeit mit Heilpflanzen und Naturheilmitteln in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung der Region Mirantão – Minas Gerais. Gesundheitserziehung mit Schwerpunkt: Naturheilmittel aus dem eigenen Garten; gesunder Umgang mit den Kindern; alternative Heilmethoden; Vorsorgemethoden; angemessene Nahrung und Ernährung.
Hintergrund: In den Jahren 1993-2003 hat das Gesundheitsprojekt Mirantão bereits mit viel Erfolg stattgefunden. In dieser Zeit bestand eine enge Zusammenarbeit mit der Organisation der katholischen Kirche, Pastoral da Criança. Zusammen mit Müttern und Jugendlichen aus dem Dorf und Umgebung konnte ein grosser Heilkräutergarten angelegt werden, der Grundstoffe für die Naturheilapotheke bot. Höhepunkt der Arbeit war der Ankauf eines Hauses im Dorf im Jahr 2001 aus Spendengeldern von Pro Brasilia. Die Räumlichkeiten ermöglichten die Produktion von gesunden Vollkornprodukten und Heilkräutermitteln.
Auch nach unserem Umzug aus Mirantão, im Jahr 2003, fand die Produktion der oben genannten Produkte weiterhin statt. Am Projekt waren insgesamt 7 Frauen beteiligt, die durch die Produktion ein Einkommen hatten. Die gesamte Region und ein grosses Klientel in Juiz de Fora wurden von der Produktion durch das Angebot von Naturheilmitteln und gesunder Nahrung begünstigt.
Im Jahr 2008 begann die Zusammenarbeit der Frauen zu bröckeln, bis sich die Gruppe 2011 ganz auflöste.
Seither ist das Haus unbenutzt, obwohl komplett für die Arbeit mit Heilkräutern und Vollkornprodukten ausgerüstet.
Aktuell: Seit Mai 2015 wohnen Clério und ich wieder in Mirantão. Ich war bis Februar 2017 in der öffentlichen Gesundheitsstation des Bezirks tätig und begegnete täglich Problemen, denen durch einfache Massnahmen der Gesundheitserziehung begegnet werden könnte.
Die Frauengruppe um die Produktion, die sich bis 2011 noch gehalten hatte, ist mehrmals mit der Anfrage auf mich zugekommen, ob es nicht möglich wäre, wenigstens die Arbeit mit den Heilkräutern wieder aufzunehmen.
Das Haus steht, aber es ist dringen renauvierungsbedürftig. Wasserschäden und Holzwürmer haben ihm in den letzten Jahren zu schaffen gemacht. Vor allem das Bad mit Toilette benötigt eine Runderneuerung mit neuer Tür. Die Einrichtung, wie Herd und einige elektronische Geräte, haben nicht gelitten und sind funktionstüchtig.
Seit einigen Wochen arbeiten wieder Frauen, unter Mitarbeit von Clério, im Garten des Hauses, der vollkommen zugewachsen war. Zunächst wurde das gröbste Unkraut
entfernt und es werden Beete mit Heilkräutern entstehen. Der Heilkräutergarten soll Kräuter für die Naturheilmittel ste llen und als „Lehrgarten“ für Kinder und Jugendliche aber auch für Erwachsene dienen.
Im Garten steht noch ein kleines, unvollendetes Häuslein, das umfunktioniert werden soll, damit dort Heilktäuter getrocknet werden können. Es fehlen ein Fenster und eine Tür.
Ausserdem gibt es eine Jugendgruppe im Dorf, die das Haus für Musikunterricht, Nachhilfestunden und als „Kino“, zum Anschauen von Filmen mit anschließenderDiskussion, nutzen will.
Zeitraum: Wir veranschlagen zwei Jahre, bis sich das Projekt wieder von selber tragen kann. Seit Februar diesen Jahres arbeite ich nicht mehr in der Krankenstation und habe unter der Woche Zeit, zusammen mit den Frauen wieder die Herstellung der Naturheilmittel zu beginnen und den Lehrgarten so einzurichten, dass er wirklich anschaulich wird.
Wichtig ist uns, dass sich die am Projetk beteiligten Jugendlichen und Frauen soweit mit dafür einsetzten, dass es nicht wieder scheitert. Daran werden wir hauptsächlich arbeiten.
Die Arbeitskraft soll von freiwilligen Menschen im Dorf gestellt werden.
Bettina Koyro, Mirantão, im Mai 2017